Die Geschichte des
Kartellverfahrens

WASHINGTON 4. April 2000 Das Kartellverfahren gegen Microsoft im Überblick:

Juni 1990: Das US-Kartellamt beginnt die ersten Ermittlungen. Der Vorwurf: Microsoft missbrauche seine Monopolstellung auf dem Markt für PC-Betriebssysteme.

September 1994: Der erste Netscape Navigator wird ausgeliefert und wird bald zum Marktführer.

Mai 1995: Nachdem Bill Gates das Internet zunächst für vernachlässigbar hielt, reißt er nun das Steuer herum: Microsoft macht die Entwicklung von Internet-Software nun zur Priorität.

Juni 1995: Die Vorstände von Microsoft und Netscape treffen sich in aller Stille. Aus dem heutigen Prozess wird der Vorwurf erhoben, Microsoft schlage Marktabsprachen vor und habe Netscape mit Sanktionen edroht, falls es nicht zustimmt.

November 1995: Microsofts erster "Internet-Explorer" kommt auf den Markt.

Oktober 1997: Das Justizministerium klagt Microsoft an wegen "Verletzung der Verpflichtung zur Marktöffnung von 1994".

Dezember 1997: Richter Thomas Penfield Jackson weist Microsoft in einer einstweiligen Anordnung an, PC-Hersteller von der Installation des "Explorer" mit Windows zu befreien.

Mai 1998: Das Justizministerium und 19 US-Staaten reichen Klage gegen Microsoft ein. Wichtigster Vorwurf: Microsoft missbrauche seine monopolartige Stellung mit dem Betriebssystem Windows, um Netscape vom Browser-Markt zu verdrängen.

Oktober 1998: Der Prozess gegen Microsoft beginnt.

November 1998: Der Online-Dienst AOL kauft Netscape für ca. zehn Milliarden US $.

28. März 2000: Richter Jackson will sein Urteil verkünden, nach dem Verhandlungen zwischen den Parteien gescheitert sind. In letzter Minute nehmen die Parteien jedoch neue Verhandlungen auf.

1. April 2000: Aller Vergleichsverhandlungen sind gescheitert.

3. April 2000: Microsoft wird wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens schuldig gesprochen. Richter Thomas Penfield Jackson lastet den Redmondern an, gegen Kartellgesetze verstoßen zu haben. Nun wird über Sanktionen beraten. Unterdessen kündigt Bill Gates die Berufung an.
getoese.de (4-4-00)