Firmen-Zerschlagungen
in den USA

WASHINGTON 4. April 2000 Bei Wettbewerbsklagen wie etwa der gegen Microsoft stützen sich die US-Behörden auf ein mehr als 100 Jahre altes Gesetz: den Sherman-Act von 1890.
Dieses Gesetz wurde einst erlassen als Massnahme gegen den Missbrauch der Monopole. Strafbar sind seitdem Preisabsprachen sowie die Ausnutzung der Monopolstellung zur Eroberung neuer Märkte.

Mit dem im Rahmen der Antitrust-Politik im Jahre 1914 erlassenen Clayton-Act wurde der Sherman-Act verfeinert. Er verbot gewisse Formen der Preisdiskriminierungen.

Das Kartellverfahren gegen Microsoft könnte im äußersten Fall zur Zerschlagung des Konzerns führen, auch wenn Beobachter eher andere Mögichkeiten in Betracht ziehen.

In der Geschichte der Antitrust-Acts kam es jedoch immer wieder zu Kartellverfahren mit Aufsehen erregenden Folgen::

1911: Das Rockefeller-Imperium wird zerschlagen und zwar in 34 Gesellschaften. Daraus gehen unter anderem die Firmen Exxon, Mobil, Chevron und Amoco hervor.

1911 wird ein weiterer Gigant zerschlagen: die American Tobacco. Der Tabakkonzern soll die Monopolisierung des Zigarettenmarktes vor allem mit unlauteren Preisunterbietungen versucht haben. Der Konzern wird in 16 Gesellschaften zerschlagen darunter American Tobacco, Reynolds und Ligget.

1920: Die US Steel siegt im Kartellverfahren. Der Oberste Gerichtshof entscheidet im Berufungsverfahren, dass die Größe eines Unternehmens allein keine gesetzeswidrige Monopolisierung belege.

1948: Die Paramount und vier weitere Filmstudios werden schuldig gesprochen. Der Vorwurf: Sie hätten den Filmvertrieb zu monopolisieren versucht, indem sie die Kontrolle über die Mehrheit der Kinos gewannen. Die Studios müssen 1000 Filmtheater verkaufen.

1950: Im Berufungsverfahren wird das Urteil gegen Aluminium Companie of America von 1945 bestätigt. Das Gericht hält den Konzern Alcoa der Monopolisierung durch sein wettbewerbsfeindliches Verhalten für schuldig. Die Fabriken werden an Konkurrenten versteigert.
getoese.de (4-4-00)