|

Schere auf... coyright: Uni
Twente, NL
Der Pistolenkrebs, so beobachteten Forscher, erlegt
seine Beute fast wie ein Pistolero. Wehe, wer ihm zu nahe kommt.
Mit Scheren können Krebse nicht nur kneifen oder Beute knacken.
Dass sich das Werkzeug auch anderweitig als Waffe einsetzen lässt,
zeigt der Pistolenkrebs (Alpheus heterochaelis). Er schlägt seinen
Kneifer mit einer derartigen Geschwindigkeit zusammen, dass dabei ein
Knall entsteht, der selbst Sonargeräte von Schiffen in die Irre
leitet. Und es blitzt dabei.
Was geht da vor? Die Biologin Prof. Barbara Schmitz von der Technischen
Universität München und ihre Physiker-Kollegen von der Uni
Twente, Niederlande, haben es aus dem Pistolenkrebs sozusagen herausgekitzelt.
Sie reizten den Ruhestörer mit einem Pinsel an der Schere. Kurz
darauf kam es wie aus der Pistole geschossen: ein Knall und ein Blitz.
Mit dem bloßen Auge wäre es nicht erkennbar gewesen, aber
eine Hochgeschwindigkeits-Kamera, die mehr als 40.000 Bilder pro Sekunde
aufnimmt, machte die Vorgänge sichtbar. Die Forscher berichten
darüber im britischen Fachmagazin "Nature" (Bd. 413, Nr. 6855,
S. 477 ).
So macht's der Krebs: Er schnappt mit seiner Schere zu. Das macht er
so flink, dass dabei eine Blase entsteht. Wenn sie implodiert, entstehen
Lichtblitz und Knall. Die Physiker nennen dieses Blitz-Phänomen
"Sonolumniszenz". Schon vor geraumer Zeit widerlegten sie
die bisherige Annahme, der Knall der Krebse stamme vom Zusammenprall
der Scheren.
Die Knallerei hat es in sich. Nach Angaben der Wissenschaftler halten
die Artgenossen Abstand voneinander, um der Gefahr der Verletzung zu
entgehen. Beutetiere, die sich den Pistolenkrebsen auf wenige Millimeter
nähern, haben keine Chance.
Die Universität Twente hat den Film
mit der Ultrahochgeschwindigkeits-Kamera ins Internet gestellt.
Ein imposantes Streifchen.

...blitz und peng. Deutlich sichtbar die Blase, die bei der Implosion
Blitz und Knall erzeugt. copyright: Uni
Twente, NL
|