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Sie war die älteste Taucherin der
Welt: Leni Riefenstahl. Die umstrittene Filmemacherin starb im Alter
von 101 Jahren am 8. September in ihrem Haus am Starnberger See.
Es ist nie zu spät, tauchen zu lernen.
Die Karriere als Unterwasser-Filmerin und -Fotografin begann spät:
Mit 71 Jahren entschied sie sich in Kenia für einen Tauchkurs.
Aus Sorge, man könnte ihr die Teilnahme wegen ihres Alters verwehren,
gab sie als Geburtsdatum statt August 1902 das Jahr 1922 an.
1983 legte sie schließlich ein erstes Ergebnis vor: den Unterwasser-Bild-Band
"Korallengärten" (List, ISBN: 3471785272/Broschur: 1987,
DTV, ISBN: 3423100036). 1990 folgte das Buch "Wunder unter Wasser
(Herbig, F. A., Verlagsbuchhandlung GmbH, ISBN: 3776616512). Zum 100.
Geburtstag strahlte das Fernsehen schließlich ihren Dokumentarfilm
über Unterwasserwelten aus. "Es war ihr letztes großes Lebenswerk,
dessen Vollendung sie so lange wie möglich hinauszögern wollte",
schreibt Unterwasser
Online in einem Nachruf. Die Bilder waren über viele Jahre
entstanden. Sie hatte diese zusammen mit ihrem Partner Horst Kettner
in hunderten von Tauchgängen aufgenommen. Noch als 94-Jährige
fotografierte sie Haie vor Costa Rica.
Gleichwohl ist Leni Riefenstahl berühmt vor allem wegen der Filme,
die sie während der Nazi-Zeit drehte: Die Filme über die NSDAP-Reichsparteitage
"Sieg des Glaubens" (1933) "Triumph des Willens"
(1934) sowie die beiden Teile "Olympia" ( über die Olympischen
Spiele in Berlin 1936) begründeten Ruhm wie auch Ruch. Sie galt
als "Hitlers Regisseurin".
"Sie ist die einzige von all den Stars, die uns versteht", notierte
Nazi-Propaganda-Chef Goebbels in seinem Tagebuch.
Sie fand für die Nazi eine kolossale Bildersprache. Doch so schwer
es auch fällt dies einzuräumen: Ihr Stil, vor allem in der
Olympia-Reihe, beeinflusste die Dokumentarfilmer, die ihr nachfolgten.
So zitiert die englische BBC
den spanischen Regisseur Louis Bunuel: Ihre frühen Filme seien
"ideologisch abstoßend aber fantastisch gemacht. Beeindruckend."
Bis in das Jahr 2002 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen sie. Über
Jahrzehnte hatte sich der Verwurf gehalten, ihr Film "Tiefland"
sei mit KZ-Häftlingen gedreht worden. Über 100 Sinti und Roma
seien zwischen 1940 und 1942 aus Konzentrationslagern in Salzburg und
Berlin zu den Dreharbeiten geschafft und hinterher verschleppt worden.
Doch aus Mangel an Beweisen werden die Ermittlungen schließlich
eingestellt.
"Ich habe niemandem etwas getan." Mit Sätzen wie diesen
wich sie Fragen nach ihrer Nazi-Vergangenheit aus. Sie sei nie Mitglied
der NSDAP gewesen, sagte sie. Wieder und wieder. Das Riefenstahl-Projekt
am Institut für Film und Fernsehwissenschaft der Uni Bochum folgert:
Auf die ewig gleich gestellten Fragen habe sie auswendig wirkende Antworten
hervorgebracht.
Ihre Glaubwürdigkeit litt darunter, dass sie tat, was viele, die
die Nazi-Zeit erlebten, taten: Sie gab auf die Fragen der Nachkriegsgenerationen
keine Antworten. Sie schwieg. Bis zu ihrem Ende.
Leni
Riefenstahl-Seiten im Internet
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