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Foto: jawzGWS@yahoo.com
Der Weiße Hai wird nicht
geschützt
Nairobi, 20. April 2000 Haie werden nicht geschützt. Das ist eines
der negativen Ergebnisse der 11. Artenschutz-Konferenz der CITES
in Nairobi. Die Regierungen der USA, Australien und England hatten ursprünglich
Anträge vorgelegt, drei Haiarten unter Schutz zu stellen. Den Anträgen
zufolge sollte unter anderem der Weiße Hai auf "Anhang 1"
gestuft werden. Tiere und Pflanzen, die in "Anhang 1" des Artenschutzabkommens
aufgenommen worden sind, gelten auch regierungsamtlich als vom Aussterben
bedroht. Der Handel mit diesen Tieren ist verboten.
Dagegen bleiben Minkewale und Grauwale weiterhin geschützt. Die
Regierungen von Norwegen und Japan kamen mit entsprechenden Anträgen,
das Handelsverbot zu lockern, nicht durch. Einige bedrohte Meeresschildkröten
bleiben ebenfalls weiter geschützt. Die Regierung Kubas hatte einen
Antrag gestellt, die Echte Karettschildkröte nach Japan exportieren
zu dürfen.
Weißer Hai, Riesenhai und Walhai werden dagegen nicht mit Handelsbeschränkungen
belegt werden, obwohl sie durch die rücksichtslose Jagd nach Gebissen
und Flossen schon stark dezimiert sind. "Das könnte auf lange
Sicht zum Auslöschen dieser Arten beitragen", befürchtet
Meeresfachmann Ralf Sonntag von der Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Der Weltjahresfang bei Haien wird auf rund 100 Mio Tiere geschätzt.
Die Internationale Naturschutzorganisation IUCN
beziffert die Zahl der von der Ausrottung bedrohten Hai-Arten auf 69.
Warum sind Haie so "begehrt"?
"Begehrt" sind wenn überhaupt die Flossen (engl.=fins). Haie werden
offensichtlich in erster Linie zufällig zu Opfern. Zum Beispiel
bei der Fischerei nach Thunfischen, für die inzwischen bis zu 100 Kilometer
lange hakenbestückte Leinen verwandt werden. Heutzutage wirft man
die Tiere jedoch nicht einfach wieder ins Wasser zurück, man "finnt"
sie zuvor - schneidet ihnen die Flossen ab. Die Haie "ersaufen", auch
deshalb, weil vor allem Hochseehaie zur Atmung stetig schwimmen müssen.
Laut Greenpeace
wurden in Hongkong, dem Haupthandelsplatz für Haifischflossen, 1995
der Import von 6.100 Tonnen getrockneter (und tatsächlich geschmacksneutraler)
Haiflossen gemeldet.
Haie gegen Krebs?
Großabnehmer für Haiprodukte sind inzwischen auch Pharma- und
Kosmetikfirmen. Den Räubern werden heilsame Kräfte zugeschrieben.
Getrocknete Haiknorpel werden so etwa als "Anti-Krebsmittel" gepriesen.
Das Geschäft mit der Angst der Patienten zahlt sich aus: Alleine
in Costa Rica, dem Hauptproduzenten dieser Mittel, werden deshalb monatlich
nach Angaben von Greenpeace
ca. 10.000 mittelgroße Küstenhaie geschlachtet.
Nutzt nix, schadt nix
"Halbseidene Heilversprechen müssen als Begründung dafür herhalten,
dass Haie abgeschlachtet werden", schreibt der Marburger Apotheker
Gregor Huesmann in seinem Schwarzbuch
Wundermittel. Haie sind "nicht immun gegen Krebs", meint der österreichische
Wissenschaftler Erich
Eder. Eder zitiert Untersuchungen des George Washington University
Medical Center. Danach seien zwischen 1965 und 1991 bei Haien und Rochen
9 Tumorarten festgestellt worden, darunter Hirnkarzinome, Hodentumoren
oder Leberzellenkarzinome. Der Leiter des Marine Biomedical Research
Programms am Mote Marine Laboratory (Florida), Carl A. Luer, fasste
die bisherigen Erkenntnisse so zusammen: "Die Annahme, das Immunsystem
der Elasmobranchier sei besser als das unsrige, ist sicherlich ohne
jede wissenschaftliche Basis."
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